Oft wird die Arbeit der Feuerwehr unterschätzt. Das liegt aber ganz gewiß
auch an der Tatsache, daß normale Bürger von den Tätigkeiten der Feuerwehr
keine Ahnung haben. Diese Wünsche des Feuerwehrmannes sind schreckliche
Realität und haben nichts mit Übertreibung zu tun. Darüber sollten Sie als
Bürger einmal nachdenken, wenn sie wieder mal in der Zeitung lesen: "Gestern
kam es auf der Bundesstraße 43 wieder zu einem schweren Verkehrsunfall. Im
Einsatz war die Feuerwehr......
Ich wünschte, du könntest den Kummer des Landwirtes sehen, als sein
Lebenswerk in Flammen aufging oder die Familie, die nach Hause kam, und ihr
Haus, ihre Wohnung und ihre Habseligkeiten beschädigt oder sogar zerstört
vorfindet.
Ich wünschte, du könntest die Furcht in den Augen einer Tochter bei einen
Unfall sehen, wenn ich ihrem Vater den Puls fühle und keinen finde. Ich
beginne irgendwie mit Wiederbelebungsmaßnahmen, hoffe wieder besseres Wissen
ihn zurückzuholen, aber ich weiß, daß es zu spät ist. Aber seiner Familie
muß ich das Gefühl geben, daß alles Mögliche getan würde.
Ich wünschte, du könntest den unvergleichbaren Geruch von brennenden
Isolierungen, den Geschmack von Ruß auf deinen Schleimhäuten, das Gefühl der
intensiven Hitze, die durch deine Ausrüstung dringt, das Geräusch der
lodernden Flammen und die Beklemmung, absolut nichts durch diesen dichten
Rauch zu sehen, nachempfinden. Für die Außenstehenden "Sensationen, an die
ich mich aber schon gewöhnt habe und mit denen ich vertraut geworden bin."
Ich wünschte, du könntest verstehen, wie es ist, am Morgen zur Arbeit zu
gehen, nachdem du den Großteil der Nacht wieder im Einsatz verbracht hast.
Ich wünschte, du könntest meine Gedanken lesen, wenn ich zu einem
Verkehrsunfall gerufen werde. Wieviel Personen sind verletzt, sind sie
eingeklemmt, liegt das Fahrzeug auf dem Dach, oder ist es um den Baum
gewickelt, welche Rettungsgeräte setze ich ein, sind meine Kinder oder meine
Ehefrau mit dem Auto unterwegs, wollten sie nicht gerade diese Stecke
fahren.
Ich wünschte, du könntest die Frustration im Mannschaftsraum des
Einsatzfahrzeuges fühlen, wenn der Maschinist wieder und wieder auf den
Schalter des Folgetonhorns drückt und vergeblich versucht sich "Freie Fahrt"
zu verschaffen. Wenn du uns brauchst, wann auch immer es ist, deine ersten
Worte nach unserem Eintreffen werden sein: "Es hat fast eine Ewigkeit
gedauert bis ihr hier wart!"
Ich wünschte, du könntest dich so zurückhalten wie ich, wenn du nach einem
Verkehrsunfall die Straße absperren muß, weil zweihundert Meter weiter ein
toter Mensch liegt, die Autofahrer dich aber anschreien, weil sie nun einen
Umweg fahren müssen und zu spät ins Kino oder zu ihrer Verabredung kommen.
Ich wünschte, du könntest meine Gedanken lesen, wenn ich helfe, einen 18
jährigen jungen Mann aus den zertrümmerten Resten seines Leihwagens zu
retten, der Wagen über 200 PS hat, viel zu schnell für den
Führerscheinneuling. Wie werden seine Eltern reagieren, wenn vor ihrer Tür
ein Polizist steht, der seine Mütze in Händen hält?.
Ich wünschte, du könntest dir die physische, emotionale und mentale
Belastung von stehen gelassenem Essen, verlorenem Schlaf, verpasster Termine
und entgangener Freizeit vorstellen, zusammen mit all den Tragödien, die
meine Augen gesehen haben.
Ich wünschte, du könntest die Kameradschaft und die Befriedigung, Leben
gerettet oder jemandes Eigentum geschützt zu haben, erfahren, da zu sein zur
richtigen Zeit, am richtigen Ort, in der Gefahr oder aus der Hektik und dem
Chaos heraus Ordnung zu schaffen.
Ich wünschte, du könntest das nächste mal Nachdenken, wenn du uns im
Wirtshaus oder beim Heurigen triffst bevor du uns als "Saufverein"
abstempelst: "Warum haben Sie sich überhaupt getroffen? Wieviele Stunden
Ihrer Freizeit haben Sie gerade zum Wohle der Allgemeinheit geopfert, um zu
Üben oder jemanden in einer Notlage zu helfen?"
Ich wünschte, du könntest........ Solange Du dieses Leben nicht
durchgemacht hast, wirst Du niemals wirklich verstehen oder einschätzen
können, wer ich bin, was wir sind und was uns unser Ehrenamt wirklich
bedeutet.
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